Paraguay – Vorreiterstellung in der Welt

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Asunción: Während Besucher des Frühjahrstreffens der Weltbank und des internationale Währungsfonds merkten, dass sich die Redner Gedanken machten, wie die Armut durch Zugang zu Finanzdienstleistungen bis 2030 ausgerottet werden kann, geht man u.a. in Paraguay und Teilen Afrikas als Vorreiter eigene Wege und die in großen Schritten.

Dass man Handys als Zahlungsmittel nutzen kann ist nicht nur dem Unternehmen Tigo bekannt, was in 15 Schwellenländern der Erde präsent ist, sondern auch der Bill und Melinda Gates Foundation. Diese finanzierte eine Studie um herauszufinden, wo das Mobiltelefon als Zahlungsmittel anerkannt ist. In Ländern mit geringem Einkommen haben im vergangenen Jahr 42,8 Prozent der Bevölkerung eine Zahlung über das Mobiltelefon geleistet. An der entsprechenden Stelle weist die Statistik für die Eurozone drei Punkte auf, was so viel heißen soll wie „kommt da nicht vor“.

Einer konventionellen Finanzfirma haben sich in den ärmeren Ländern für diese Dienstleistung gerade mal 15,4 Prozent bedient. In Ländern mit mittlerem Einkommen spielen Finanzinstitute zwar eine größere Rolle, aber auch dort setzt man auf neue Technologien statt alter Bankpraktiken, um die Versorgung der Bevölkerung mit Finanzdienstleistungen zu verbessern.

Das Geldversenden per Handy ganz ohne staatliche Hilfe oder Kontrolle wurde ein Erfolg, nicht nur in Paraguay, wo Tigo und Personal diesen Service anbieten, sondern auch in Ruanda. In dem afrikanischen Staat kann man neuerdings sogar über die Grenzen hinweg nach Kenia sein Geld per Handy überweisen. Höchstwahrscheinlich schuf die staatliche Nichteinmischung sogar die Grundlage für den Erfolg. Die dunkle Seite der Kampagne der Weltbank für finanzielle Inklusion ist, dass sich dies nun ändern soll. Noch wird jede Bemerkung zur Regulierung mit der Aufforderung verbunden, die Schraube nicht zu überdrehen. Doch bald ist die Schonfrist vorüber und die internationale Behörde zur Bankenaufsicht öffnet unter dem Vorwand des Verbraucherschutzes das Einfallstor für den Staat.

Kann man denn den Regierungen mehr vertrauen als den Firmen, die sich in einem auf Mobiltelefonie gegründetem Zahlungssystem selbst organisiert haben? Vermutlich geht es aber gar nicht wirklich um den Verbraucherschutz. Sobald über die Vergabe von Krediten neues Geld geschaffen wird, fällt ein Gewinn, genannt Seigniorage, an. Dieser Gewinn entsteht dadurch, dass der Kredit höher verzinst wird als das damit geschaffene Geld. In unserem heute existierenden Kreditgeldsystem geht dieser Gewinn an die Banken, die von den Staaten streng reglementiert und überwacht werden. Bei der Kreditgewährung und Geldschaffung über das Mobiltelefon könnte dieser Gewinn an die Telefongesellschaften gehen, die das System betreiben. Dies ist Grund genug für die Regierungen, ein Auge auf diese Entwicklung zu werfen. Es könnte sich für sie ja eine neue Einnahmequelle erschließen.


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