D. Sanchez (Facebook)

Streng nach dem Gesetz

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Capitán Bado: Ein Kandidat auf das Amt des Bürgermeisters sollte sich eigentlich ganz gleich wo auf der Welt volksnah geben. Nach der Wahl geht es weiter darum, mit den Bürgern die Stadt zu erhalten und zu verbessern – zumindest in anderen Teilen der Welt.

Ein Wahlkampf aus dem Exil, ein Wahlerfolg gefeiert im Exil, auf der Flucht vor der paraguayischen Justiz und trotzdem zugelassen um Oberhaupt einer Stadt zu werden, so sorgt ein weiterer Politiker derzeit für Furore.

Denilso Sánchez, Bruder des stellvertretenden Abgeordneten der Coloradopartei für die Provinz Amambay, wurde wegen Geldwäsche und Verbindungen zum Drogenhandel angeklagt. Seit Mai 2015 ist er anscheinend im benachbarten Brasilien nicht von dem Plan abgekommen Bürgermeister der Grenzstadt Capitán Bado zu werden.

Bei diesen Ambitionen lassen sich unweigerlich Vergleiche zu Neneco Acosta ziehen, der Bürgermeister von Ypehjú war, ebenfalls ein Grenzort zu Brasilien, und der nach einem mutmaßlichen Mordauftrag an einem Journalisten nach Brasilien floh und kürzlich nach Paraguay ausgeliefert wurde.

Zurück zur Gegenwart ist zu betonen, dass Denilso Sánchez von seinen Parteikameraden nicht wirklich versucht wurde zu stoppen obwohl augenscheinlich jeder Mann mit Einfluss in besagter Stadt mit Drogen zu tun haben muss.

Die örtliche Polizei wurde unlängst angewiesen, die Abnahme des Amtseids von Sánchez durch den Stadtrat zu unterbinden. In sozialen Netzwerken tauchten trotzdem Bilder auf, auf denen zu sehen war, dass Sánchez es problemlos schaffte am 19. Dezember 2015 an einer solchen Sitzung im Rathaus der Stadt teilzunehmen. Die Polizei erklärte, dass dem nicht so war. Sánchez informierte jedoch aus der Ferne, wie er die Polizei austrickste.

Er wartete bis sich die Polizei, die vor dem Gebäude Wache stand, sich in den Feierabend verabschiedete und schwor in einer Express-Sitzung von nur 4 Minuten Dauer den Amtseid. Danach wurde ein Stellvertreter erkoren, damit sich Sánchez mit Erlaubnis für 3 Monate wieder entfernen konnte.

Er erklärte außerdem sich bald der Justiz stellen zu wollen da er unschuldig ist. Unschuldig sind zumindest nicht die Stadratsmitglieder sowie eine anwesende Notarin, die allesamt einen per Haftbefehl gesuchten Mann nicht denunzierten.

Nur da angeklagte und selbst per Haftbefehl gesuchte Personen sich trotzdem für eine Wahl einschreiben und wählen lassen können ist solch ein Hick-Hack möglich.

Wenn man es jedoch von der anderen Seite betrachtet, hätten die großen Parteien fast keine Kandidaten mehr wenn man angeklagt ausgeschlossen werden würde. Bestes Beispiel dafür war die Wahl des Bürgermeisters von Lambaré, wo alle zwei Kandidaten wegen verschiedener Delikte angeklagt waren.

Staatsanwalt Marcelo Pecci wartet darauf, dass sich Denilso Sánchez selbst stellt.


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