Brathähnchen, Brathendl, Broiler oder auch Pollo (in Paraguay) sind verschiedene Begriffe für ein Lieblingsgericht vieler Deutschen. Paraguayische und deutsche Geflügelzüchter haben eines gemeinsam, sie nutzen als Futtermittel genverändertes Soja aus Paraguay. So knusprig braun vergisst man schnell wie oder mit was für Futter ein solches Tier zum Wachsen animiert wurde.
Soja, das in Teilen Paraguays selbst auf dem Randstreifen von Landstraßen noch angebaut wird, ist eines der Zugpferde der Landwirtschaft der südamerikanischen Nation. Auf die Einkünfte des Verkaufs der Hülsenfrucht sind viele Großbauern angewiesen.
Brot für die Welt (BfdW) ein Hilfswerk der evangelischen Landeskirchen und Freikirchen in Deutschland, mahnt mehr Verantwortung deutscher Unternehmen für Bedingungen in Entwicklungsländern an. Im Fall von Paraguay spricht es davon, dass Kleinbauern in Paraguay von ihren Feldern vertrieben werden damit dort im großen Stil Soja für deutsche Hähnchenmastbetriebe angebaut werden kann.
Nur wenigen sei bewusst, welch zentralen Einfluss die deutsche Wirtschaftspolitik auf die Lebensbedingungen der Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern habe, erklärte „Brot für die Welt“-Präsidentin Cornelia Füllkrug-Weitzel. „Es ist an der Zeit, dass der Gesetzgeber in Deutschland ansässige Unternehmen dazu verpflichtet, menschenrechtliche Sorgfaltspflichten entlang ihrer gesamten Lieferkette einzuhalten.“
Es dürfe weder sklavenartige Arbeitsbedingungen noch Löhne geben, von denen keine Familie leben könne. Zerstörte Lebensgrundlagen dürften den Menschen nicht die Zukunftschancen in ihrer Heimat rauben. Dies wäre auch ein glaubwürdiger Ausdruck dessen, dass es der Bundesregierung ernst sei mit der Fluchtursachenbekämpfung, betonte Füllkrug-Weitzel in einem Interview.
Die Bundesregierung entwickelt zurzeit den nationalen Aktionsplan zur Unternehmensverantwortung. Der erste Entwurf liegt den verschiedenen Bundesministerien zur Abstimmung vor. Brot für die Welt begleitet den Prozess und fordert, dass Sorgfaltspflichten für Unternehmen gesetzlich festgeschrieben werden.

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