Asunción: Vor 23 Jahren haben die Präsidenten von Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay den Vertrag von Asunción unterzeichnet, der das Fundament des Mercosur bildete. Alle vier Staatsoberhäupter waren sich darüber einig, dass die jeweils nationalen Märkte dank fundamentaler Integration Wirtschaftswachstum und soziale Gerechtigkeit mit sich bringen.
Dieses Ziel sollte mit der effizienten Nutzung der gemeinsamen Ressourcen, unter dem Schutz der Umwelt, einer besseren Infrastruktur und einer gemeinsamen Koordination der Politik erreicht werden.
Es wurde Wert darauf gelegt, dass ab dem Zeitpunkt in wissenschaftliche Forschung, einer Vergrößerung der Produktpaletten und besseren Qualität der hergestellten Waren investiert wird. Das Wohlergehen der Bevölkerung, damals 220 Millionen Einwohner, sollte mit der Abschaffung der Zölle und anderen Hürden schnell verbessert werden.
Der Vertrag von Asunción sah es auf einen gemeinsamen Markt ab, freies Zirkulieren von Waren produziert in den Mitgliedsländern und einige Vorteile beim Export dieser in andere Staaten. Wenn Paraguay beispielsweise aus Drittstaaten importiert, müssen Zölle entrichtet werden jedoch nicht für Produkte aus Argentinien, Brasilien oder Uruguay.
Die Realität zeigt jedoch, dass nicht nur die einst gesetzten Ziele nicht erreicht wurden sondern dass es eigentlich auch keine Zone des freien Handels gibt und somit auch keinen freien Warenaustausch. Die zwei großen Länder, Argentinien und Brasilien sind die einzigen Gewinner des Vertrages. Argentinien beispielsweise verbietet die Einfuhr paraguayischer Waren und exportiert weiterhin in die anderen Mercosurstaaten.
Obwohl die Wirtschaft im Vordergrund stehen sollte dominierten stetig politische Entscheidungen den Werdegang des Marktes. Mit der Aufnahme Venezuelas stellt sich eine zusätzliche Frage: Wie kann ein solches Land dem Mercosur angehören, wenn deren Regierung es den Einwohnern verbietet pro Woche mehr als zwei Rollen Toilettenpapier zu kaufen oder die Vermittlerrolle beim Import einnimmt?
Obwohl der Mercosur eine Wachstumschance in den ersten 22 Jahren hatte, waren geografische und politische Hindernisse zu groß und eine Pazifik Allianz entstand. Deren Gründerstaaten Chile, Kolumbien, Mexiko und Peru schlossen sich aus rein wirtschaftlichen Gedanken zusammen und scheinen in den ersten drei Jahren weitaus mehr erreicht zu haben als der Mercosur in 23.
Die geografische Nähe und die Globalisierung sorgten auch dafür, dass beispielsweise Paraguay in beiden Verbänden aktiv agieren möchte. Diese Form der bilateralen Existenz ist jedoch noch nicht erlaubt und bildet derzeit genügend Gesprächsstoff. Diesen hatten die Außenminister bei dem gestern zu Ende gegangenen Treffen in Santiago de Chile, wo versucht wurde sich näher zu kommen, ohne dabei sich zu sehr zu ähneln.
Die chilenische Präsidentin, Michelle Bachelet, sagte, „die Konvergenz aus zwei verschiedenen Mechanismen der Integration zu finden jedoch mit gleichen Absichten soll zu einer Realität werden“.
Kombiniert repräsentieren beide Verbände mehr als 80% des Außenhandels und mehr als 90% des Bruttoinlandsprodukts der Region.

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