Asunción: Den Anfang des heutzutage bekannten Problems der Vertreibung Indigener von ihrem Stammesland machte die paraguayische Regierung 20 Jahre nach Beendigung des Tripel Allianz Krieges (1864 – 1870). Um der von Argentinien, Brasilien und Uruguay auferlegten Kriegsschuld bzw. Reparationszahlung nachkommen zu können, verkaufte der Staat kurzerhand zwei Drittel des paraguayischen Chacos an der Londoner Börse.
Diese Abtrennung bzw. Landraub der indigenen Ethnien wurde ohne die Zustimmung der Betroffenen durchgeführt, die um 1890 exklusiv den Chaco bewohnten. Zu diesem Zeitpunkt sah kein anderer diesen Fleck Erde als bewohnbar an.
Der Prozess der Kolonisierung des Chacos sorgte dafür, dass etwa 20 Stämme, darunter die Xákmok Kásek ihr Land verloren und über Jahre nicht betreten oder darauf jagen durften.
Vor mehr als drei Jahrzehnten traf es dann auch den besagten Stamm und eine Vertreibung wurde durch den neuen Feldherren, ein US-Amerikaner mit dem Namen Robert Eaton, durchgeführt. Der damalige Exodus sorgte dafür, dass heute nur noch 300 Stammesmitglieder leben. Diese haben dank eines Urteils des Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte aus dem Jahr 2010 den Mut zurückzukehren, da dem Staat auferlegt wurde, das Urteil nach der paraguayischen Rechtslage umzusetzen. Die Titulierung von 10.700 ha auf den Stamm der Xákmok Kásek steht jedoch noch aus.
Vor der Tatlosigkeit der staatlichen Organe, denen auferlegt wurde bis Ende 2013 zu handeln ergriffen sie selbst Initiative und kehrten zurück. Die vergangenen 30 Jahre lebten sie auf unproduktiver Erde zusammengepfercht ohne Wasser und Strom. Am Leben erhalten wurden sie durch den Amerikaner, der einige von ihnen als Arbeiter anstellte. Jedoch lag ihm nicht viel an der guten Behandlung, Grund weswegen die Arbeiter nur mit etwas Essen abgespeist wurden. Geld hatte niemand bekommen.
Im vergangenen Monat berieten sie sich mit dem Ältestenrat wie weiter vorzugehen sei und entschlossen sich die 18 km, die sie von ihrem Land trennte zu überqueren und es erneut zu besiedeln. Mit ihren paar Habseligkeiten bepackt kehrten sie zurück und markierten Präsenz mit einem Schild, woraus „Das ist unsere Stammesland“ geschrieben steht.
Die einzige Lösung das Problem dauerhaft zu lösen ist das Zugeständnis der Behörden, dass Indigene zurück auf ihr Stammesland dürfen und dies zukünftig auch ihres bleibt.

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