Die drei Gesichter eines Mannes

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Asunción: Horacio Cartes ist nicht so schlecht, wie ihn seine Feinde darstellen wollen allerdings genauso wenig das Phänomen, für was ihn seine Parteifreunde anpreisen. Anderthalb Jahre nach Beginn seiner Amtszeit kann man getrost sagen, dass er zufriedenstellend das macht was von ihm erwartet wurde und nicht was seine Gegner prophezeiten.

Horacio Manuel Cartes Jara ist ein Geschäftsmann und er administriert den Staat als wäre es ein Unternehmen. Er regiert mit einer Gruppe aus dem privaten Sektor, darunter der omnipräsente jedoch unbekannte Juan Carlos López Moreira, der von Coca Cola zur Cartes Gruppe wechselte und sich zu einem Star entwickelte.

Diese Umsetzung hat viel positives jedoch fehlt ihm auch ein Baustein damit man beides vereinbaren kann. Fangen wir jedoch mit dem positiven Teil an:

López Moreira schaffte das Wunder, dass politischer Druck der alten und einflussreichen Colorado Anhänger Cartes Schwierigkeiten bereiten. Er sorgte ausserdem dafür, dass nur Cartes-Getreue an den wichtigen Stellen sitzen, um die Einnahmen des Staates vor „Mundraub“ zu schützen. López Moreira formte ein Team von Technikern, in der Mehrheit jung und nicht anfällig für Korruption, und begann mit einem Transformationsprozess des öffentlichen Appartates zu Nützlichkeit für die Bürger und nicht für die Parteien. Diese Aufgabe kostet Cartes nach wie vor seine ganze Zeit und es ist noch nicht klar wie die Resultate davon aussehen werden.

Etwas jedoch ist sicher. Der Mann der an seiner Seite steht und alles begleitet ist der junge Wirtschaftsexperte Santiago Peña, der kürzlich als Finanzminister Germán Rojas ersetzte. Das er der liberalen Partei angehörte und nicht als Verteiler für die Colorados agieren wird verärgerte diverse Politgrössen der ANR. Peña verhindert somit ein Ausbluten des Staates. Diese Entscheidung zeigt demnach das erste und „schöne“ Gesicht des Staatsoberhaupts.

Das nächste Gesicht ist das womit Cartes zwar die Löhne der Staatsbediensteten öffentlich macht jedoch kaum etwas bis gar nichts dagegen unternimmt. Was nützt Transparenz, wenn keiner die jetzt offensichtlichen Fehler beseitigt. Eine notwendige Abwägung von notwendigem Personal wäre notwendig, wird jedoch nicht durchgeführt. Die unverantwortlichen Gesetzgeber füllen parallel dazu weiter die Institutionen mit ihren Freunden und Familienangehörigen. Auf Anfrage der Presse verweist Cartes auf eine Staatsmacht auf die er keinen Einfluss hat. Dies ist sein „hässliches“ Gesicht.

Und wenn man jetzt weiter in diese Materie eindringt, findet man auch Sachen, die er noch nicht in Angriff genommen hat und wohl auch nicht tun wird. Cartes ist Geschäftsmann und niemals zuvor in seinem Leben arbeitete er ohne Profit zu erzielen, seine Aktivitäten im sportlichen Sektor mal ausgenommen. Die soziale Sensibilität ergibt sich nicht allein daraus, dass man Staatschef ist. Ein Staat ist keine karitative Einrichtung, sondern eine Art zu denken, etwas was Cartes schwer fallen dürfte – auch in der Zukunft.

Nur mit dieser Herangehensweise kann man frontal die Probleme des Landes erkennen und angehen. Die sozialen Unterschiede in Paraguay sind ein Problem zu dem man keinen Bezug haben kann wenn man aus der Oberschicht stammt. Dies gilt übrigens nicht allein für Horacio Cartes.

Unsicherheit, Guerilla, Strassenblockaden, Steuerreform und Höchstgrenzen für Landbesitzen sind Themen sie Cartes nicht anfassen wird. Niemals sagte er, dies machen zu wollen und genau so wird es kommen. Das ist die „schlechte“ Seite der Regierung.


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