Mit Schlüssel hinter Gittern

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Emboscada: In Paraguay hinter Gitter zu gelangen ist nicht schwer. Je nach Geldbeutel und Vollzugsanstalt erwarten einen das leichte Leben oder ein schwer annehmbarer Alltag. Das Gefängnis von Emboscada scheint da die bevorzugte Wahl von Insassen zu sein. Je nach dem was man hinter Gittern braucht, schicken einen die Wärter selbst in den Tante Emma Laden gegenüber um Einzukaufen.

Das Sicherheitspersonal des Gefängnisses hat eine Vereinbarung mit einigen Insassen getroffen, welche ihnen trotz schwerer Vergehen das Verlassen der Anstalt erlaubt. Zum einen erwartet man dass sie wieder kommen und anderen, so wird vermutet, bekommen sie ein Stück vom Kuchen.

Wer sich jetzt fragt welcher Kuchen versteht dies spätestens wenn einem bewusst wird, dass viele andere Insassen mit Drogen versorgt werden müssen. Der beim Verkauf erzielte Gewinn muss einfach mit den Wärtern geteilt werden.

Im Fall des 54-jährigen Darío Colmán, der beim Volleyball spielen von Polizisten in der Nähe des Gefängnisses aufgegriffen wurde, fand man zwar keine Drogen – seine Aussage wie er zu dem Freigang kam war jedoch klar und deutlich. Obwohl er wegen Totschlags und schwerer Körperverletzung seine Strafe absitzt kann er durch den Gartenbereich jederzeit das Gefängnis verlassen um Besorgungen zu tätigen.

Jedoch kann das Kommen und Gehen auch mit dem schlechten Essen hinter Gittern zu tun haben, wie ein eben veröffentlichter Bericht vermuten lässt. Darin heißt es dass die Küche der Vollzugsanstalt in einem unzumutbaren Zustand ist, die Vorratskammer zu klein und dreckig ist. Die komplette Infrastruktur und die hygienischen Bedingungen dieser Sparte lassen sehr zu wünschen übrig.

Im angrenzenden Rehabilitationszentrum „Padre Juan Antonio de la Vega”, gibt es keinerlei Aufzeichnungen über die Bewegungen von Lebensmitteln, keine Inventarliste von Gegenständen die zum Kochen genutzt werden sowie ein Hinweis was dem Staat gehört und was nicht. Gasherde werden nicht genutzt, da kein Haushaltsgas gekauft wird. Demnach greift man auf Feuerholz zurück, was allerdings auch bezahlt werden muss. Der Bericht wurde der zuständigen Ministerin für Justiz, Sheila Abed übergeben.


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