Asunción: Im Stadtteil Tacumbú, wo sich die gleichnamige Justizvollzugsanstalt befindet, konsolidierte man die Kräfte zwischen großen Drogenschmugglern, um den Vorsitzenden des Anti-Drogensekretariats (Senad), Luis Rojas, umzubringen.
Eine Offensive der inhaftierten Drogenbarone Jarvis Chimenes Pavão und Tomás Rojas, die in VIP Zellen des Gefängnisses sitzen überraschen Rojas jedoch keineswegs. Er erklärte darüber hinaus, dass auch Tranquilino Giménez und Julio Servián zur Bündelung der Kräfte hinzugezogen wurden, um möglichst sicher bei der Umsetzung der Tat zu sein. Die Aktionen der Senad hatten in 2014 einen großen Radius, der die Handlungsfreiheit der „Narcos“ empfindlich einschränkte und zu Gewinneinbußen führte.
Durch die schlechte Kontrolle innerhalb der Mauern werden Gefängniszellen zu Kommandozentralen. Die VIP Häftlinge haben ständigen Zugang zu Telefonen, Internet, können sich treffen mit wem sie wollen und lassen auch Besucher von Besuchslisten streichen.
Das Anti-Drogensekretariat würde gern eine Intervention in Tacumbú vornehmen, wozu jedoch ein richterlicher Beschluss notwendig ist, der aktuell nicht zur Verfügung steht. Dabei ist nicht zu vergessen, dass rund 60 Wärter in drei Schichten zu jeweils 20 Mann die 3.500 Gefangenen bewachen. „Es besteht eine große Notwendigkeit das System hinter Gittern umzugestalten“, schloss der von Bodyguards beschützte Rojas bei einem Radiointerview ab.
Insgesamt sitzen etwa 200 Männer wegen Drogenhandel in Tacumbú in Haft. Immer und überall ist damit zu rechnen, dass diese meist mit hoher Haftstrafe belegten Personen einen Ausbruch wagen. Zahlreiche versuche wurden von den Wärtern auch schon vereitelt.
Durch die Warnung werden nun erneut die Vorsichtsmaßnahmen hinter Gittern angehoben. Um jedoch die Treffen zwischen den Insassen zu unterbinden bedarf es eines oder mehrerer Haftanstalten die groß genug sind und über permanente Kameraüberwachung verfügen, die innerhalb der Anstalt nicht manipuliert oder pausiert werden kann.
„Allein die Möglichkeit zusammen Fußball zu spielen schafft Gelegenheit sich abzusprechen und auszutauschen. Um diese Gruppe von Insassen zu kontrollieren müsste Anstalten wie in den USA konstruiert werden“, sagte Artemio Vera, Generaldirektor aller paraguayischen Haftanstalten.
Wenn auch nur einer der Drogenbarone es schaffen sollte auszubrechen wird das den Direktoren zur Last gelegt, da diese nicht ausreichend Acht gegeben haben. Mit der Inhaftierung dieser ist zu rechnen. Die konstante Angst dieser Direktoren vor einem Platz für sie in einer Zelle ist der Grund, warum bis jetzt größere Ausbrüche durch stetige Aufmerksamkeit unterbunden werden konnten.

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