Neues Jahr, neue Chefs!

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Curuguaty: Mit dem Jahreswechsel kamen auch auf so ziemlich alle Uniformträger der Polizei aus der Provinz Canindeyú neue Arbeitsstellen zu. Nach dem Mord an dem Journalist Pablo Medina wurden keinerlei Ermittlungsergebnisse erzielt und der Drogenhandel scheint weiterhin das Rückgrat der Zone zu sein. Dabei tauchten Aufzeichnungen auf, welcher Kommissariatsleiter welche Summe an die Chefetage der Nationalpolizei monatlich zu zahlen hat. Diese Gelder sammeln Polizisten fürs Wegsehen bei Drogenlieferungen.

Das Fehlen von Resultaten ist zumindest nach Außen hin der Grund für die Umbesetzungsaktion in Canindeyú. Außerdem wurden auch in angrenzenden Provinzen einige Leiterposten neu besetzt. Der wichtigste Wechsel im wahrsten Sinne des Wortes war der des Leiters der 4. Polizeizone, die aus den Provinzen Canindeyú und Alto Paraná besteht. Generalinspektor Ramón Víctor Palma Brítez dankte ab und besetzt nun den Direktorenposten der Polizeijustiz während der ehemalige Polizeijurist José del Carmen Garcete nun Polizeichef der 4. Zone wurde.

Der direkte Unterstellte, Hauptkommissar Celso Manuel Zelada, der für Canindeyú zuständig war, wurde nach Caaguazú strafversetzt. Sein Nachfolger ist Hauptkommissar Héctor Ramón Amarilla.

Das Attentat auf Pablo Medina und Antonia Maribel Almada wurde am 16. Oktober durchgeführt. Die Täter befinden sich auf der Flucht. Drogenanbau und Abtransport, Gründe weswegen der Korrespondent hinter Vilmar Acosta her war, laufen unbehelligt weiter. Dass die Umbesetzung erst zweieinhalb Monate nach dem Attentat beginnt ist dem Gouverneur von Canindeyú, Alfonso Noria sowie der Abgeordneten Cristina Villalba zuzuschreiben.

Als weiterer Grund für die Umbesetzung könnte die Sicherstellung einer Liste gelten, in der Namen und Beträge genannt werden, die aus der Provinz Canindeyú an die Führungsriege der Nationalpolizei abgeführt werden müssen. Woher das Geld stammt ist jedem klar. Das würde bedeuten, dass auf Landesebene sich Polizisten aus dem Drogenanbau und Schmuggel anderer begünstigen und nicht wie es ihrem Aufgabenprofil zu entnehmen ist bekämpfen.

Diese Zahlungen von jedem einzelnen Leiter einer Polizeieinheit sollte sicherstellen, dass sie auf ihrem Posten bleiben, quasi eine Garantie, dass niemand sie strafversetzt. Die Existenz dieses Systems war in Canindeyú kein Geheimnis. Jedoch fühlte keiner der da lebenden Personen sich animiert dieses anzuzeigen. Grund dafür könnten die Repressalien sein, die darauf folgen.

Die Liste mit den aktuellen Beträgen aus dem Dezember 2014. Eine solche könnte sich jedoch gar nicht erst erstellen lassen wenn nicht politische Protektion vorherrscht. Das bedeutet dass sie den lokalen Machthabern loyaler gegenüberstehen als dem allgemein gültigen Gesetz. Das „Mautsystem“ beginnt bei 700.000 Guaranies im Falle des Polizeipostens Gruce Guaraní und geht bis 6.000.000 Guaranies pro Monat Polizeiposten 1, km 7 besetzt mit Kommissar Darío Ramón Melgarejo. Umso höher der Betrag, umso näher liegt der Polizeiposten an einer Schmuggelroute.

Karte Canindeyú (Abc)

Die lokalen Autoritäten, die diese Karte besser kennen als man annehmen möchte, zeigten nach Außen hin keine Einstellung, die mutmaßen lässt, dass sich etwas ändern wird. Diese, darunter Cristina Villalba (ANR), Purificación Morel (ANR) und der für das Attentat verantwortliche Vilmar „Neneco“ Acosta, haben hohe politische Ämter in der Colorado Partei, auch wenn letztgenannter als Bürgermeister von Ypejhú mittlerweile ersetzt wurde, da er sich vor den Behörden auf der Flucht befindet.

Innenminister, Francisco de Vargas, und der Polizeikommandant, Francisco Alvarenga, Hauptverantwortliche für die Sicherheit im Land, versuchen durch die getätigten Wechsel das Bild der Nationalpolizei wieder ins rechte Licht zu rücken. Der Beigeschmack von kollegialer Komplizenschaft während der letzten Monate bleibt jedoch bestehen.



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