Ohne Vorgeschichte

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Yby Pytã: Wie kann man Bürgermeister werden und ein Vorbild für die Gemeinde sein, wenn man schon einmal mit mehreren Tonnen Drogen verhaftet wurde? Die Antwort ist so simpel wie die Finanzierung einer Wahlkampagne, man lässt das Vorstrafenregister löschen.

Der Protagonist der heutigen Edition von „Drogen beherrschen die Politik“ heißt Virgilio Portillo Orué und ist seit November 2013 Bürgermeister des neugegründeten Ortes Yby Pytã in der Provinz Canindeyú.

Der junge Stadtvater wurde 2008 schon einmal wegen Drogenschmuggel mit Verkaufsabsicht verhaftet. Die Beweismittel wogen mit 8 t Marihuana schwer. Was umso erstaunlicher ist war seine Haft, die keine zwei Wochen dauerte. Mit etwas liberaler Hilfe und einem Helfer bei der Staatsanwaltschaft wurde kurzerhand sein Vorstrafenregister gelöscht und alles Belastende entfernt.

Der damals zuständige Staatsanwalt des Falles, Leonardo Cáceres, kann sich nicht mehr an den Namen Portillo erinnern und verwies auf seine Versetzung nach Capitán Bado, eine weitere Drogen-Hochburg an der Grenze zu Brasilien. Im Vorstrafenregister hätte zumindest Entlastung oder etwas ähnliches zu finden sein aber nein, sein Eintrag verschwand komplett.

Vor fünf Tagen wurde auf dem Grundstück von Leonardo Portillo, Bruder des Bürgermeisters, eine große Menge Marihuana gefunden. Ebenso mit dem Verpacken beschäftigt war Enrique Portillo, ein weiterer Bruder des Bürgermeisters. Während beide wegen Drogenbesitzes angeklagt wurden sucht man auf Anordnung des Generalstaatsanwaltes, Javier Díaz Verón, die Akte des Bürgermeisters, um alle drei Brüder hinter Gitter zu bringen.

Derzeit gibt es diverse Gerüchte, die besagen, dass man bei einer Manifestation dem Bürgermeister seine Unterstützung zum Ausdruck bringen will. Außerdem soll Druck auf den Kommissar der Polizei, Catalino Giménez ausgeübt werden. In der vergangenen Woche wurden diverse Personen der Zone mit Drogen verhaftet, zuerst das Stadtratsmitglied von Villa Ygatimí, Patricio Estigarribia Romero mit 900 kg Marihuana. Dieser bekam von hochrangigen Politikern Besuch hinter Gittern, so dass weitere Zugriffe geplant wurden. Noch bevor seine „saubere“ Vorgeschichte ans Licht kam bat Bürgermeister Portillo persönlich Innenminister Francisco de Vargas darum, den Kommissar des Ortes auszutauschen.

Wieder einmal zeigt ein Fall erschreckend, wie Politiker, allen Regeln entgegen, ihre Macht für illegale Aktivitäten ausnutzen um sich zu bereichern. Wegen Drogen beschuldigte Politiker aus den Provinzen in denen Drogenschmuggel alltäglich ist besetzten selbst paraguayische Konsulate in Brasilien mit ihren Getreuen, so dass diese auch dem Flüchtigen Vilmar „Neneco“ Acosta Schutz bieten könnten.


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