Polizei ermittelt in eigenen Reihen

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Pedro Juan Caballero: In der Asservatenkammer der Kommandantur der Provinzhauptstadt lagen die Drogen, mit denen die Polizei die Provinzratsmitglieder wegen Drogenschmuggel in Verbindung bringen konnte. Ohne diese Beweise würde ein Verfahren nichtig. Nun wurden sie dank Hilfe aus den eigenen Reihen entwendet – 252 kg Kokain und keiner hat was gesehen.

Fünf Säcke zu je 50 kg mit Kokain mit einem Gesamtwert von 800.000 US-Dollar und die Polizei lässt trotz der permanenten Zweifel an ihrer Integrität diese Beweismittel von ihren eigenen in Drogenskandalen verwickelten Kollegen bewachen. Das Resultat zeigt wie arm die Sicherheitskräfte dran sind und wie sehr das Land mit diesem allgegenwärtigem Problem versteht umzugehen.

Francisco de Vargas, Innenminister des Landes, bestätigte den Diebstahl und verwies darauf, dass keine Einbruchsspuren gesichtet wurden und anzunehmen ist, dass Hilfe aus den eigenen Reihen die Tat begünstigt hat. Und da diese hochrangig sein müssen verwies der leitende Staatsanwalt Juan Carlos Blanco darauf, dass Medienvertreter sich bitte an den Polizeichef der Zone wenden sollen, wenn sie Auskünfte haben wollen, was eine indirekte Beteiligung dieses andeuten könnte.

Anfang dieser Woche wurden in Zanja Pytâ, Provinz Amambay, Drogen nahe dem Straßenrand unter frisch bewegter Erde gefunden. Die Täter sollen die in der Nähe kontrollierten Provinzratsmitglieder César Augusto Quevedo Isnardi und José María Luis Bogado Martínez sein, die beide genügend Einfluss haben eine solche Ladung zu transportieren bzw. verschwinden zu lassen. Des Weiteren wurde bekannt, dass José María Bogado Martínez der Schwager von Marcial Lezcano ist, der im Allgemeinen als Drogenpolitiker gilt und dessen Kandidatur zum stellvertretenden Abgeordneten der Colorado Partei anscheinend mit Drogengeld finanziert wurde.

Der Fall rückt die Polizei ungewollt ins Rampenlicht für eine Situation, die peinlicher nicht sein könnte. In den Provinzen Canindeyú, Amambay und Concepción sind fast ausnahmslos alle Politiker auf die Finanzierung von Drogenschmugglern angewiesen, die im Gegensatz dazu ungeahnte Freiheiten bei ihren Machenschaften erhalten.


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