Quadratisch, praktisch, gut!

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Asunción: Nicht weniger als 1,7 Millionen Paraguayer nutzen den Dienst Geldbeträge per Handy zu überweisen. Darunter fallen Zahlungen von Strom, Raten, Wasser, Überweisungen sowie der Erhalt von staatlicher Unterstützung. Trotz einer Überweisungsgebühr von rund 5% der Summe wird der Service tagtäglich rund 34.000 Mal in Anspruch genommen.

In erster Linie sind die Kunden dieser Art von Überweisungen Einwohner mit geringen Einkünften, die über kein Konto verfügen oder keines eröffnen können. Obwohl die Mobilfunkanbieter Tigo und Personal mit ihren Produkten „Tigo Money“ und „Billetera Personal“ recht gut an der Dienstleistung verdienen hat auch der einfache Kunde etwas davon.

Jedoch sind diese zwei Anbieter den Banken ein Dorn im Auge weil ihnen somit das Monopol zur Geldüberweisung aus den Händen genommen wurden. Nichtsdestotrotz muss auch erwähnt werden, dass Banken sich auch ohne diesen Service umgangssprachlich „dumm und dämlich“ in Paraguay verdienen.

Der Durchschnittsbetrag von 250.000 – 300.000 Guaranies zeigt zudem auf, welche Personengruppe diese Dienstleistung in Anspruch nimmt. Aber auch Western Union, ein weltweit agierender Überweisungsdienst leidet auf nationaler Ebene darunter. Tagtäglich verdienen beide Anbieter zusammen 467.500.000, was etwa 100.000 US-Dollar entspricht.

Die Banken, denen die geringen Voraussetzungen für Überweisungen zu unsicher sind, schafften es zumindest den Höchstbetrag den man überweisen kann zu verringern, damit nicht noch illegale Aktivitäten damit aufblühen. Während noch vor über einem Jahr 4.000.000 Guaranies als Höchstgrenze galten sind es jetzt nunmehr 2.800.000 Guaranies bzw. 40 Tagessätze eines Mindestlohnes.

Mit diesem Dienst belegt Paraguay den ersten Rang in Südamerika, was jedoch auch ein Indiz ist, wie hoch die Anzahl der Menschen ohne Konto ist. Nur 22% aller Erwachsenen in Paraguay haben ein Bankkonto womit 78% auf die angebotenen Dienste von Tigo und Personal zurückgreifen müssen. Banken und Finanzinstitute haben zusammen nur 777 Filialen, eine Anzahl die um das mehrfache von den Mobilfunkanbietern übertroffen wird.

Die Überweisung per Handy kann ebenso als erster Schritt zur Anpassung in Richtung Bankwesen sein, was wiederum einen Wechsel zu einer dieser zur Folge haben kann. Ein Gesetzesentwurf im Abgeordnetenhaus zum Verbot dieser Dienstleistung durch Mobilfunkanbieter ist vorhanden jedoch an sich überflüssig. Die Entscheidung liegt jedoch bei den Gesetzgebern und schlussendlich beim Präsident des Landes.



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