Solidarität auf Kosten von Paraguay

Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedintumblrmailFacebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedintumblrmail

Ayolas: Paraguay und Argentinien teilen ein Wasserkraftwerk. Dieses mit dem Namen Yacyretá verbietet es Energie an Drittstaaten zu veräußern, ein Gesetz welches auf argentinischer Seite permanent missachtet wird. Darüber hinaus zahlt es nicht für die 45,1%, die vom paraguayischen Anteil genutzt werden.

Obwohl diese zweistaatliche Körperschaft schon seit Jahren als Monument der Korruption in aller Munde ist, da die Politik über Personal und Lohn bestimmt, sind eigenwillige Handlungen von argentinischer Seite einfach nur respektlos. Ohne auch nur die paraguayische Seite zu benachrichtigen, verkaufte Argentinien am 20. Januar 2015 Strom aus Yacyretá an die Brasilianer, die derzeit darauf angewiesen sind.

Dies allein ist schon eine Verletzung des Vertrages von Yacyretá, da Verkauf an Drittstaaten verboten ist. Allerdings schuldet das krisengebeutelte Argentinien Paraguay noch 50 Millionen US-Dollar für 2013 sowie 80 Millionen US-Dollar für 2014. Die Argentinier behaupten nun den Strom nicht verkauft zu haben sondern nur zu leihen und später über ein geschlossenes System zurückzuerhalten. Die Überprüfung dieser Tatsache ist jedoch unmöglich.

Juan Alberto Schmalko Palacios, paraguayischer Direktor von Yacyretá mit einem Monatslohn von über 100 Millionen Guaranies, versucht den Vorfall herunterzuspielen und erklärt, dass Argentinien und Brasilien ein Abkommen hätten sich Energie zu leihen wenn es notwendig ist. Er fügte hinzu dass es irrational von Argentinien wäre Energie zu verkaufen, wo sie doch selbst darauf angewiesen sind. Die paraguayische Seite, so Schmalko, hat nicht die Kapazität zu überprüfen wann und in welchem Umfang Energie aus dem System abgenommen wird.

Allerdings sollte in dem Moment an eine Art Energieabkommen zwischen Paraguay und Uruguay erinnert werden, welches vor rund drei Jahren nicht zustande kam, da Argentinien den Verkauf von Strom aus dem paraguayischen Wasserkraftwerk Acaray nicht zustimmte bzw. eine Nutzungsgebühr für ihr Stromnetz erhob, die jeden marktwirtschaftlichen Gedanken verdunsten lässt. Diese Energie die Uruguay von Paraguay erwerben wollte war auch notwendig, so wie heutzutage in Brasilien.

95,1% der erzeugten Energie in Yacyretá geht nach Argentinien. Die 45,1% davon, die eigentliche Paraguay zustehen sollten von der argentinischen Regierung entlohnt werden. Diese Zahlungen, die sich durch ihre Unregelmäßigkeit bemerkbar machen, wurden schon seit über 18 Monaten nicht mehr getätigt, da Devisen Mangelware sind und man es mit den Paraguayer machen kann.

Juan Schmalko erklärte jedoch juristische Schritte einzuleiten, wenn sich herausstellen sollte, dass die Energie verkauft wurde. Der Gedanke bei dem existierenden Devisenmangel ist nicht ganz von der Hand zu weisen, da Argentinien die Mwh für 9 US-Dollar kauft (ohne zu zahlen) und der Marktpreis derzeit bei 300 US-Dollar liegt.

Da aber auch in Paraguay Jahr für Jahr mehr Strom benötigt wird und die Netze moderner werden, dürfte sich die Summe von 95,1% für Argentinien und nur 4,9% für Paraguay bald ändern, womit auch die Zahlungen geringer ausfallen.


Tagged:


'Solidarität auf Kosten von Paraguay' wurde noch nicht kommentiert

Sei der Erste der den Artikel kommentiert!

Möchten Sie einen Kommentar dazu abgeben?

Ihre Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

© 2016 Copyright - Mediablock S.R.L.  Technische Unterstützung: Oliver Förster install24.com

Impressum - Kontakt