Neuland: Der Fund von Erdöl durch President Energy hat für Aufregung und Freude gesorgt, ein Zustand, der mit der um 50% gefallenen Rohölpreis dahinschwinden düfte – denn erhöhte Förderkosten sind bei einem Fund in rund 4.000 m Tiefe nachvollziehbar, mal ganz abgesehen vom Abtransport.
Die wichtigste Frage in diesem Zusammenhang ist jedoch folgende: Ist das gefundene Erdöl überhaupt geeignet für die Raffinierung? Diese Antwort ist die britische President Energy dem paraguayischen Staat und seinen Einwohnern schuldig geblieben. Mehr noch, man könnte sogar davon ausgehen, dass die Ankündigung mit Pauken und Trompeten nur einen Aktienkurs in die Höhe treiben sollte. Ganz undenkbar ist dies bei dem aktuellen Wettbewerb nicht.
Da den Briten sowieso 86% des geförderten Erdöls laut Vertrag zustehen, hat der paraguayische Endverbraucher derzeit mehr von der weltweiten Billig Sprit Lage als vom eventuellen Konsum nationaler Mineralöle, die durch die Petropar künstlich oben gehalten werden.
Apropos hohe Spritpreise: Die Preise für bestimmte Mineralöle sanken seit dem Presiverfall bis zu zwei Mal oder höchstens 350 Guaranies, was im Vergleich zum tatsächlichen Preis nach wie vor viel zu hoch ist.
Die aktuelle Weltlage wird nach der abgelaufenen Frist von President Energy, in dem sie über die Qualität des Fundes reden wollten, wohl kaum dafür sorgen, dass man auf eine schnelle Förderung drängt. Glaubhafter ist eine Reserve für die Zukunft mit gesicherten Rechten für die Firma. Für Paraguay wird ein Ende des Bohrprojekts keine Auswirkungen haben, im Gegensatz zu den Investoren, die, wenn nicht durch den Aktienkurs Gewinne einfahren konnten, Verlust machen.

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