Vor 150 Jahren

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Asunción: Heute vor 150 Jahren, am 1. Mai 1865, unterzeichneten die Minister von Brasilien, Argentinien und Uruguay ein Geheimdokument, welches als Tripel Allianz Vertrag in die Geschichte eingehen sollte. Damit erklärten alle drei Länder gemeinsam Paraguay den Krieg, was die Nation fast auslöschte und niemals Reparationsleistungen dafür erhielt.

Zwischen Tassen voller Kaffee, Zigarrenrauch und Gläsern mit Cognac entschieden sich Octaviano de Almeida (Brasilien), Rufino de Elizalde (Argentinien) und Carlos de Castro (Uruguay) zusammen gegen Franciso Solano López und das paraguayische Volk vorzugehen. Der Krieg im Namen des Friedens wurde mit grünem Licht aus England und Krediten von der europäischen Insel finanziert. Ausgemacht wurde, dass Paraguay seine Kriegsschuld zahlen müsse und nach Entmachtung eine neue adäquate Regierung nach Belieben der anderen Staatschefs eingesetzt wird.

Der Tripel Allianz Krieg (1864-1870) war der blutigste Krieg Südamerikas. Als er im Dezember 1864 begann war er nur ein Gerangel zwischen Paraguay und Brasilien. Im Mai 1865, nachdem besagter Vertrag unterzeichnet wurde, alliierten sich Uruguay und Argentinien.

Auslöser des Krieges war der Einmarsch brasilianischer Truppen in Uruguay. Die uruguayische Regierung bat damals Paraguay, unter Francisco Solano López, um Hilfe. Solano López befürchtete, dass die Besetzung Uruguays dauerhaft werden könne und das Gleichgewicht am Rio de la Plata verschiebt, wodurch wiederum die Unabhängigkeit Paraguays gefährdet werden könnte. Solano López entschied sich die brasilianischen Gruppen anzugreifen.

1870 war Paraguay zerstört. Die Einwohnerstärke schätzt man 500.000, etwa die Hälfte der zu Kriegsbeginn lebenden Personen im Land. Ackerbau und Viehzucht waren quasi nicht existent. Gerade einmal 15.000 Rinder gab es 1870 in Paraguay, die Mehrzahl davon dürr. Da Paraguay nichts mehr produzierte, musste es selbst die grundlegendsten Artikel importieren. Die Infrastruktur des kompletten Landes wurde lahmgelegt, die Kommunikationswege, die Stahlschmelze von Ybycuí, die Werften und die Eisenbahnverbindungen. Brasilianische Truppen blieben bis 1876 im Land, argentinische sogar bis 1879.

Paraguay musste das Territorium zwischen dem Rio Pilcomayo und dem Rio Bermejo und Teile südlich des Rio Paraguay an Argentinien abtreten während der Landstrich zwischen Rio Apa und Rio Blanco an Brasilien ging.

Paraguay hatte es sehr schwer sich von dem verlorenem Krieg zu erholen. Bis heute leidet es darunter. Reparationszahlungen, wie nach anderen ungerechtfertigten Kriegen üblich, wurden Paraguay niemals zugestanden. Selbst die illegale Aneignung der Landflächen wurde niemals Thema bei bilateralen Treffen.



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