Ciudad del Este: In den Nachbarländern Argentinien und Brasilien werden Puerto Iguazu sowie Foz de Iguazu in allen Reisebüros als Ziel angeboten. Beide Grenzstädte verbindet die Nähe zu den Wasserfällen und zum Schnäppchen-Paradies Ciudad del Este, Ort der in den 90ern eines der drei Städte weltweit war wo am meisten Handel betrieben wurde. Jedoch bewirbt diesen Ort kein Reisebüro, da er trotz einiger Hotels eigentlich keine touristische Infrastruktur besitzt.
Ciudad del Este wird des Öfteren in den Medien genannt, besonders wenn es um Schmuggel, Drogen, Terrorismusfinanzierung und illegalen Handel geht. Jedoch lebt dieser Ort hauptsächlich von Kauftouristen, die meist brasilianischer Nationalität sind und für möglichst wenig Geld versuchen besonders viel zu ergattern.
Der zentrale Eingang für Argentinier wie auch Brasilianer ist die Freundschaftsbrücke, die über den Rio Paraná führt. Abgesehen davon dass man kein einziges „Herzlich willkommen in Ciudad del Este“ Schild finden kann hat man es im Dunkeln noch viel schwerer, da sich die paraguayische Seite nicht bemüht auch nur eine Straßenlaterne aufzustellen bzw. einzuschalten. Wer sich dank Taschenlampe und Selbstbewusstsein trotzdem raus traut merkt schnell, dass die Fußwege ein Desaster sind, ähnlich wie der Asphalt der wenn er vorhanden ist ständig Löcher mit sich bringt.
Die mit Unkraut überwuchernden Seiten- oder Mittelstreifen, die aus löchrigem Stoff produzierten Plakate über den Straßen, die abgerissenen Plakate an Hauswänden, die auf einen hohen Preisnachlass für eines der unzähligen Produkte hinweist schmücken eine Bühne die eigentlich besser zu einem Schmugglerort als zu einem Shopping-Paradies passen.
Während man die Brücke kreuzend in Brasilien gut beleuchtet zum Zoll geleitet wird zeigt sich die paraguayische Seite fast unbewohnt und gelangweilt bei der Ankunft neuer Gäste. Es ist schon gespenstig auf welch kurze Distanz zwei so verschiedene Modelle auf Dauer koexistieren können. Und obwohl viele Einwohner eine gewissen Scham haben über die Schönheiten des Ortes zu referieren bleibt den städtischen Autoritäten nichts weiter übrig als sich selbst einzugestehen, dass die jahrelange Arbeit, wenn sie denn gemacht wurde, zu nichts geführt hat.
Ciudad del Este wurde kurz nach seiner Gründung im Jahr 1957 in Puerto Presidente Stroessner umbenannt, wo einst der Hafen mit dem Namen „Flor de Lis“ am Ufer des Rio Paraná lag. Nach Stroessners Sturz wurde der Stadt ihr heutiger Name verliehen.

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