Asunción: Der Dschungel zwischen Angebot und Nachfrage von Grundstücken im Großraum von Asunción ist weniger undurchsichtig als unverständlich. Je näher man ins chaotische Zentrum will, umso mehr muss man für Wohnraum oder Land ausgeben. Vor vielen Jahren waren Asunción und Villa Morra noch zwei von einander getrennte Abschnitte, heute bestimmt die Nachfrage das Angebot in einer Stadt die schon seit Jahren mit ihren Anrainern verbunden ist und mittlerweile droht aus allen Nähten zu platzen.
Unter den Anbietern tummeln sich neben diversen Immobilienfirmen auch Besitzer dieser Grundstücke und versuchen die Nachfrage ohne Kommission zu ihren Gunsten zu nutzen. Jedoch sind bis auf wenige Glanzstücke die besten Gegenden schon vergeben und die übrigen Grundstücke, meist nicht über 360 Quadratmeter groß, steigen ins Unermessliche.
Auf der Skala der Quadratmeterpreise der verschiedenen Stadtteile erkennt man schnell, wo man sicher und unsicher leben kann. Während in den Stadtteilen Obrero, Sajonia und Fatima bis zu 300 US-Dollar noch als normal gelten für einen Quadratmeter sind in Manorá, Mburucuyá und Villa Morra bis zu 1000 US-Dollar notwendig.
In den benachbarten Städten, Lambaré, Villa Elisa und Fernando de la Mora wie auch San Lorenzo, sind die Preise verständlichen in Kombination mit viel mehr Natur und einer annehmbaren Geräuschkulisse. Die moderaten Preise die Suchende in diesen Gemeinden nachvollziehen können stehen im starken Kontrast zu Grundstücken in Asunción, die nach dem Kauf mit einer sehr hohen Grundstückssteuer auffällig werden. Während im Stadtzentrum 1.177.618 Guaranies, also rund 200 Euro pro Quadratmeter jährliche Grundsteuer anfallen sind es in Villa Morra immerhin auch 825.229 Guaranies für die gleiche Einheit. Viele der ehemaligen Eigentümer mussten wegen fehlender Liquidität ihr ihr Grundstück veräußern, was die Stadtviertel allein mit der „Elite“ füllt.
Die große Ausnahme bei diesem Höhenflug der Preise bildet da die Avenida Aviadores del Chaco, die trotz der durchschnittlichen 1000 US-Dollar die in dem Stadtteil normal sind bis zum doppelten möglich macht. Die letzten zwei Grundstücke auf denen das World Trade Center gebaut wird wechselte für 30 Millionen US-Dollar den Besitzer während das Eckgrundstück zur Santa Teresa für eine Summe zwischen 40 und 45 Millionen US-Dollar in die Hände eines guatemaltekischen Geschäftsmannes fiel, der mit dem Bau des Blue Tower Business Buildung beschäftigt ist. Das einzige noch freie Grundstück war eines zwischen dem Ibis Hotel und dem World Trade Center, welches ganze 2 Hektar umfasst. Dieses, so wird es zumindest angekündigt, wechselt den Besitzer für stolze 37 Millionen US-Dollar. Die bisherige Besitzerin, musste Jahr für Jahr horrende Steuern zahlen.
Damit verwandelt sich der Abschnitt auf dem Weg vom oder zum Flughafen stückweise zu einer Art Fifth Avenue, wo Sonnenschein nicht allein vom Wetter sondern mehr von Uhrzeit und Gebäuden vor oder neben einem abhängig ist.



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