Asunción: Schauplatz ist das Zentralkrankenhaus des Fürsorgedienstes IPS für dessen Service, eine obligatorische Kranken- und Rentenversicherung, rund 700.000 Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen. Ärzte dieses Krankenhauses hatten es sich nach der Einführung von Fingerabdruckscannern zur Aufgabe gemacht, früh zum Dienstbeginn kurz zu erscheinen und am Abend, wenn die Schicht rum ist erneut Präsenz zu markieren. Währenddessen konnten sie in ihrer eigenen Praxis private Patienten behandeln.
Nachdem die Tageszeitung Abc Color die Geschichte aufgriff und auf Massnahmen der Leitung gewartet wurde erkannte man, dass rund 300 Angestellte, darunter zahlreiche Mediziner, tagsüber andere Pläne hatten als am Arbeitsplatz zu verweilen, für den sie ein Gehalt bezogen.
Während sich mehr und mehr Versicherte über mangelhaften Service aufregen, und Ärzte zum konsultieren fehlen, wurde einer Direktorin auferlegt die betreffenden Personen abzumahnen und mit einem Bussgeld zu belegen. Dieser Schritt bei 37 Mitarbeitern wurde anscheinend nicht freundlich aufgenommen, weil wenigstens einer von ihnen das Büro der Direktorin mit Papier umhüllte. Die Gewerkschaften stehen ebenso auf Kriegsfuss mit der Ankündigung.
„Viele ihrer Kollegen drohten mir schon damit, dass wenn ich diesen Posten nicht mehr besetze die gleiche Praktik weiterführen will, so wie sie jetzt – weswegen die Bussgelder ungerechtfertigt wären“, so Myrian Fariña Díaz.
Sie jedoch sieht das aus einem anderen Blickwinkel. Da die Mehrzahl der Bediensteten des Fürsorgeinstitutes viel für ihr Gehalt arbeiten ist es ungerecht, dass andere, Kollegen, gar nichts tun.
Anstatt einer Stellungnahme des IPS Präsidenten zu dem Thema kündigte dieser an, Mario Abdo Benítez, in seinem Wahlkampf um die Präsidentschaft der Colorado Partei zu unterstützen und erhofft dasselbe von den Angestellten.

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