Paraguay, als aufstrebende Nation in Südamerika, eben erst unabhängig und nun fleißig mit dem Auf- und Ausbau einer Eisenbahnstrecke beschäftigt. Das war 1854, nachdem britische Ingenieure in Paraguay ein Netz aufbauten, was bis zu 130 Jahre lang Passagiere beförderte.
Die Relikte sind heute noch überall da zu sehen, wo einst die Strecken entlang führten. Die einzelnen Bahnhöfe, Haltestellen oder Werkstätten sind heute teilweise in gutem und teilweise in sehr schlechtem Zustand. Folgende Haltestellen hatte die „Ferrocarril Carlos Antonio López“:
Estación Central, Tablada, Trinidad (ab 1861), Botánico, Luque (ab 1962), Yukyry, Areguá (ab Mitte 1862), Patiño, Ypacaraí (ab Mai 1864), Pirayú, Cerro León (ab August 1864), Paraguarí (ab Oktober 1864), Escobar, Sapucaí, General Bernardino Caballero, Tebicuary, Coronel Martínez, Félix Pérez Cardozo (ab 1887), Villarrica, San Salvador, Ñumí, Charará, Fassardi, Tacuaras, Itacurubí, Abaí (ab 1919), Iturbe, Maciel, Santa Luisa,Moisés Santiago Bertoni, Yegros (ab 1894), Isla Sacá, Yuty, Santa Rosa, Salitre Cué, San Pedro, General Artigas, Isla Alta, Coronel Bogado, Carmen de Paraná, Caraguatá, San Juan de Paraná, Encarnación.
Der verlorene Tripel Allianz Krieg sorgte dafür, dass alle Lokomotiven sowie Waggons von den Siegermächten abtransportiert wurden. Ab 1898 wurde das teilwiese zerstörte Streckennetz wieder aufgebaut, danach 23 neue Dampfloks gekauft, und der Betrieb wieder aufgenommen. Erst in dieser Epoche wurden die Werkstätten in Sapucaí richtig wichtig. Große Wasserreservoirs, zum Kühlen der Dampfmaschinen, waren dafür Grundvoraussetzung.
Im Jahr 1914 überkam Argentinien eine Rezession. Der Miteigentümer der Bahn, der Amerikaner Percival Farquhar, eigentlich Optimist, sah seine Zukunft gefährdet. Es ging auch in Paraguay bergab, Investitionen wurden nicht mehr getätigt und 1932 wurde der Verkehr, durch den Chacokrieg gegen Bolivien, erneut unterbrochen.
Es dauerte keine 30 Jahre mehr bis die Eisenbahngesellschaft dem Bankrott nahe war. Die Diktatur des deutschstämmigen General Alfredo Stroessner, sorgte zwei Jahre später, 1961, für den Rückkauf in Staatshand. Ab nun wurde in mit einer weiteren Verzögerungstaktik die Bahn auf „Ferrocarril Presidente Carlos Antonio López“ (F.C.P.C.A.L.) umbenannt. Durch die Verkleinerung des Streckennetzes und Unpünktlichkeit verloren die einst treuen Passagiere das Vertrauen in das veraltete und günstige Verkehrsmittel. Laut Angaben der immer noch existenten, staatlichen Bahngesellschaft wurde 1991, das letzte Mal ernsthaft Personenverkehr betrieben.
(Abc Color / Portal Guaraní)

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