San Bernardino: Der Fund eines Gästebuchs eines paraguayischen Hotels, welches schon nicht mehr existiert, brachte zum Vorschein, dass die ehemaligen Kinostars Greta Garbo, Marlene Dietrich, Joan Crawford und Ramón Novarro im Winter des Jahres 1935 Urlaub am Ypacaraí See gemacht haben. Für damalige Verhältnisse war dieser Urlaubsort zwar nobel und seinem Ruf gerecht jedoch für Hollywood-Größen äußerst extravagant.
Osvaldo Codas, kultureller Berater im Rathaus der 1881 von Deutschen gegründeten Stadt San Bernardino lüftete eines ihm erst kürzlich bekannt gewordenes Geheimnis. Er fand die Unterschriften der vier Leinwanddarsteller im Gästebuch eines der damals luxuriösesten Hotels des Landes, dem Haus Waldfrieden.
Bis jetzt war der Autor Christian Ganser davon ausgegangen, dass Marlene Dietrich allein nur einige Tage in San Bernardino verbrachte und das im Jahr 1930. Der Gruppenbesuch, in dem 1943 für immer geschlossenen Hotels, war jedoch unbekannt, da weder Fotos noch Aufzeichnungen vorlagen.
Die in Berlin geborene Dietrich und die aus Stockholm stammende Garbo fühlten sich sicherlich in der deutschen Stadt San Bernardino wohl, umgeben von einer Vielzahl Europäern und dem gewohnten Sinn für Schönheit und Ordnung.
Codas nimmt an, das die vier Schauspieler mit einem Clipper Flugboot angereist kamen, welche ab 1931 eingesetzt wurden und unter anderem die Route „New York – Rio de Janeiro“ flogen. Von Brasilien aus kamen sie mit einem anderen Flug, eventuell auch ein Flugboot. Von Asunción aus könnte die Reise aus per Flugboot oder per Zug weitergegangen sein.
Laut unbestätigten Berichten sollen Garbo und Dietrich schon vor dem Sprung nach Hollywood etwas mehr als nur Freundschaft verbunden haben, erinnerte sich Codas. Ramón Novarro ist das unbekannte Puzzle Teil, da er neben seiner offen eingestanden Homosexualität mit Garbo und Crawford drehte und versuchte zu allen eine gute Beziehung zu haben. Er wurde jedoch 1968 von zwei bestellten Freiern ermordet.
„Es ist anzunehmen, dass die Vier eine kleine private Eskapade nach Südamerika unternahmen. Sie waren immer auf der Suche nach etwas exotischem, was für die Zeit San Bernardino galt“, so Codas. Allerdings hatte Greta Louisa Gustafsson, die Garbo gebürtig hieß, auch Verwandte in Paraguay.

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