Asunción: Obwohl mutmaßlich kein Skandal die paraguayische Gesellschaft derart erschüttern kann wie der Rechtsanwalt von Carlos Rubén Sánchez Garcete, alias Chicharõ ankündigte, bewirkt es zumindest eine Art Neugier welches Faustpfand der inhaftierte Mann einsetzen zu versucht.
Carlos Rubén Sánchez Garcete dürfte frustriert sein. Die Enthüllung, dass er noch 8 Stunden vor seiner Verhaftung im Wohnsitz von Präsident Cartes war brachte ihm keine Punkte. Sein Haftaufhebungsantrag wurde abgelehnt und rund 2.200 Rinder registrierte und konfiszierte man gestern auf seiner Ranch in San Pedro.
Der vermutliche Skandal soll durch eine Tonaufnahme ins Rollen kommen. Carlos Rubén Sánchez Garcete soll im Besitz einer Aufnahme zwischen dem paraguayischen Drogendealer Ezequiel de Souza Gómez und den zwei Senatoren Arnaldo Guizzio und Arnaldo Wiens sein. Über den Inhalt der Konversation wurde selbstverständlich noch nicht gesprochen. Sicher ist nur, dass das Gespräch in dem Bereich aufgenommen wurde, wo der Drogenschmuggler inhaftiert war bzw. ist.
Der Rechtsanwalt Fernando Díaz gab zu verstehen, dass die Aufnahme rund 35 bis 40 Minuten lang ist und diverse Autoritäten involviert, die eigentlich gegen Drogenschmuggel ankämpfen sollten. „Auf der Richterskala dürfte dies ein Erdbeben der Stärke 5 bis 6 bewirken“, erklärte Díaz.
Die Staatsanwaltschaft erklärte am Morgen, dass ihr diese Aufnahme bekannt sei – woher sie jedoch Chicharõ hat ist ihm unerklärlich.
Bei der bisher größten Konfiszierung von Kokain in Paraguay mit einer Menge von 1.886 kg wurden 19 Personen am 14. November 2012 in La Paloma verhaftet, darunter Ezequiel de Souza Gómez. Der besagte Kopf der Bande sitzt seit seiner Verhaftung vor mehr als zweieinhalb Jahren beim Anti-Drogensekretariat (Senad) in Haft und nicht wie die anderen in Tacumbú.

'Politisches Erdbeben erwartet' hat 1 Kommentar
3. Juni 2016 @ 13:46 redtortuga
immer weiter so, Paraguay…ist schön so, dass man gut mit der Korruption leben kann. Was machen da schon paar Kilo Kokain aus